Street Art - Murals & Graffiti

Von Graffiti bis Large Scale Murals

Die Street Art Szene in Georgien hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Vor allem in Tbilisi, aber auch in Batumi, Kutaisi und mehreren Kleinstädte finden sich eine große Anzahl großformatiger Murals lokaler und internationaler Künstler. Hier ein strukturierter Überblick über die wichtigsten Formen, die in Georgien besonders häufig anzutreffen sind:

1. Murals (Large Scale)

"The street is our gallery"

Die sogenannten Large Scale Murals sind riesige Gemälde, die sich über die gesamte Hauswand erstrecken, teilweise über 8-12 Stockwerke hoch. Sie entstehen im Rahmen von Festivals, internationalen Projekten oder in Kooperation mit lokalen Behörden. Sie sind immer offiziell genehmigt, technisch anspruchsvoll und thematisch breit gefächert - von abstrakten Kompositionen über Porträts bis hin zu kulturellen und historischen Motiven. Internationale Künstler arbeiten hier ebenso wie bekannte lokale Namen, wodurch ein spannender Dialog zwischen globaler Street Art und regionaler Identität entsteht.

2. Small Murals

Discover local Street Artists

Kleinformatige Murals finden sich überall, auch abseits der Hauptstraßen - in Hinterhöfen, Treppenhäusern oder an unscheinbaren Fassaden. Sie sind persönlicher, oft experimenteller und erlauben jungen oder weniger bekannten Künstlern, ihren Stil zu entwickeln. Diese Werke laden zum genauen Hinsehen ein und belohnen Entdecker mit überraschenden Details, Humor oder poetischen Momenten.

3. Graffiti

Illegal and underground

Klassisches Graffiti ist in Georgien realtiv jung, verglichen mit anderen Städten. Tags, Throw-ups und Pieces dominieren vor allem verlassene Industriegebiete, Bahnlinien und Randzonen der Städte. Die Szene ist geprägt von freundschaftlichem Wettbewerb, spielerischer Experimentierfreudigkeit und dem Wunsch nach Sichtbarkeit, sowohl in der Szene aber auch im internationalen Vergleich.

4. Politisches Graffiti

Ausdruck gesellschaftlichen Protests

Graffiti als Stimme des Widerstands ist in Georgien ebenfalls vertreten, wenn sich auch die meisten Künstler nicht als politische Akteure verstehen. Politische Slogans, Symbole oder Protestparolen finden sich vor allem zu dem Thema "Support Ukraine" und "Georgia is Europe". Sie machen deutlich: Graffiti ist nicht nur Kunst, sondern auch Kommunikationsmittel.

Streng genommen ist es keine eigene Graffiti Form, da sich aber viele Graffiti-Writer ausschließlich über ihre Kunst definieren, ist die Unterscheidung ein wichtiges Merkmal.

Der bekannteste georgische Künstler, der in zahlreichen Werken ein politisches Statement ausdrückt oder sich gesellschaftskritisch äußert, ist Gagosh.

5. Mosaike & Installationen

Art can be everything

Neben gemalten Werken finden sich in Georgien auch Mosaike, Skulpturen und temporäre Installationen im öffentlichen Raum. Die Mosaike von Pixelboy (im Stil von Invader) setzen auf klare Pixelästhetik und Wiedererkennbarkeit. Die Installationen hingegen sind meist spielerischer Natur und erfreuen den Betrachter durch ihre Originalität.

Fazit

Street Art ist definitiv mehr als "Schmiererei" und Vandalismus. In den letzten Jahrzehnten hat sich diese Ausdrucksform zu einer eigenen Kunstsprache entwickelt, die von schnellen Graffiti Tags bis zu monumentalen Wandgemälden reicht.

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